Eine ein Jahr und vier Monate alte junge Wölfin des Nochtener Rudels spielt als Babysitterin mit ihren ein Jahr jüngeren Geschwistern.

"Deutschlands wilde Wölfe - wie sie wirklich sind" 45-Minuten-Dokumentation im Auftrag von NDR-Naturfilm / DocLights Studio-Hamburg

Eine unmögliche Idee

Noch während der Dreharbeiten zur NDR-Naturfilm-Dokumentation „Wölfe auf dem Vormarsch" und der sehr angenehmen Zusammenarbeit mit Autor Holger Vogt und Kameramann-Kollege Uwe Anders kam in mir die Idee für ein sehr ambitioniertes Filmprojekt auf. Dokumentationen, in denen es hauptsächlich um das Verhältnis von Menschen zu den nach Deutschland zurückkehrenden Wölfen geht, gibt es schon einige – allein drei hervorragende von NDR-Naturfilm. Einen Film aber, der fast ausschließlich das Verhalten wilder Wölfe zeigt, den gibt es bisher in ganz Europa noch nicht. Als ich der NDR-Naturfilm-Redaktion von dieser eher „realitätsfernen" Idee erzählte, erklärte die sich erstaunlicherweise bereit, einen solches Filmprojekt mit mir „Tierfilm-Grünschnabel" umzusetzen.

Deutschlands wilde Wölfe – wie sie wirklich sind

Sie gelten als die Herrscher der Wildnis – Wölfe. Die einen sehen sie als reißende Bestien, die anderen verklären sie zu mythischen Wesen. Viele Menschen sind fasziniert von der oft beschriebenen strikten Rangordnung, die Forscher bei Wolfsrudeln in Gehegen beobachtet haben; scheint sie doch Hierarchien am Arbeitsplatz und in anderen Bereichen unserer Gesellschaft widerzuspiegeln. Doch gibt es eine umkämpfte Rangordnung auch bei Wolfs¬rudeln in Freiheit? Wie leben wilde Wölfe wirklich?

Intro zum Film "Deutschlands wilde Wölfe – wie sie wirklich sind" (Erstausstrahlung im NDR am 21.03.2012)

  

Wölfe zurück in Deutschland

Über 150 Jahre lang war es unmöglich, diese Fragen in Deutschland zu beantworten. Doch seit gut 10 Jahren gibt es bei uns wieder freilebende Wölfe. Inzwischen leben 12 Rudel in Deutschland, Trend steigend. Fast von Beginn an habe ich die Rückkehr der Wölfe mit der Kamera dokumentiert. Es brauchte viel Geduld ehe ich die Aufnahmen vom Familienleben wildlebender Wölfe im Kasten hatte; Aufnahmen, wie es sie bisher in Europa noch nicht gegeben hat.

Silberblick, Alan und Co.

Der Film folgt der leicht schielenden Jungwölfin „Silberblick" und ihren vier Geschwistern des „Seenland-Rudels" und zeigt, wie sie ein Jahr später ihren Eltern bei der Aufzucht der neuen Welpen helfen. Dank moderner GPS-Sendehalsbänder konnten Gesa Kluth und Ilka Reinhardt auch die Wanderwege einiger Jungwölfe verfolgen. Einige suchten ganz in der Nähe Platz, um eine neue Familie zu gründen, manche versuchten sogar, das Territorium eines schon etablierten Wolfes zu erobern. Ganz woan¬ders als in Deutschlands größtem Wolfsgebiet, der Lausitz, wollte Jungwolf „Alan" eine Familie gründen: er ist gut 1500 Kilometer nach Nordosten gelaufen, um in Weißrussland sein Glück zu versuchen!

Warum im Rudel?

Außerdem ging ich noch einer anderen Frage nach: Können nur mehrere Wölfe zusammen wehrhafte Wildschweine, Rothirsche und sogar Elche und Wisente töten und leben sie deshalb in einem Rudel? In der Lausitz wollte es mir einfach nicht gelingen, wilde Wölfe bei der Jagd zu filmen. Deshalb flog ich nach Nordamerika und fuhr in den Yellowstone-Nationalpark mit seinen sehr guten Bedingungen zur Beobachtung freilebender Wölfe.

Beide machen in Familie

Der Film „Deutschlands wilde Wölfe" zeigt, wie ähnlich sich die Sozialstrukturen von Men¬schen und Wölfen sind, und dass dies die Wölfe so geeignet machte, zum treuesten Haustier des Menschen zu werden. Der Film räumt auf mit modernen Märchen über ein faszinierendes Wildtier, das dank strenger Schutzmaßnahmen wieder eine wichtige Rolle in Deutschlands Natur spielt.